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Warum du in der Erziehung auf KEINEN FALL konsequent sein solltest!?
Konsequent sein nein danke

Tim (12J) und Lukas (14J) freuen sich auf den Schwimmbadbesuch am Abend. Die Mama hat Tim in den letzten Tagen immer wieder an seine Hausaufgaben erinnert. Gegen 17:00 Uhr ist sie auf dem Heimweg und hat unterwegs eine E-Mail von Tims Lehrerin bekommen:

“Tim wird am Freitag nachsitzen, weil er seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.” Die Mutter ist stinksauer. Sie kommt zur Eingangstüre rein, hängt ihren Mantel auf und ohne Begrüßung platzt es aus ihr heraus: “Tim, weil du nachsitzen musst, ist das Schwimmbad für heute gestrichen!” Die Eskalation ist voraussehbar. Tim ist wütend und verletzt, er hat sich so sehr auf den Familienabend im Schwimmbad gefreut und Lukas reagiert total frustriert, weil er nun in Sippenhaft genommen wird. Die Mutter schreit rum, Lukas lässt seinen Frust und Ärger an Tim aus. Der Abend ist gelaufen.

Vielleicht kennst du solche Situationen. Du sagst: “Weil du so lange getrödelt hast, lese ich dir jetzt nicht mehr vor!” Deine Tochter fängt an zu weinen und schon bereust du deine voreilige Ansage. Du würdest eigentlich gerne vorlesen, aber du denkst, du musst jetzt konsequent sein. Nun bringst du deine Tochter weinend ins Bett, bist selbst traurig, weil du sie so gerne in Harmonie in den Schlaf gebracht hättest.

Leider kenne ich solche Situationen gut. Als mein Sohn 3 Jahre alt war, entschied ich mich, ihn nicht mehr zu tragen, weil er zu schwer für mich wurde und weil ich der Meinung war, er müsste lernen, selbst zu laufen. Ich hatte die Sorge, dass er faul wird und lernt, immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Nun wollte ich konsequent sein. Sobald er “Papa Arm” sagte, ging ich in die Hocke und nahm ihn auf den Arm und blieb stehen. Bevor wir weiter liefen, setzte ich ihn wieder ab und er sollte selbst laufen. Er war lautstark frustriert. Sobald ich ihn absetzten wollte, klammerte er sich an meinem Hals fest und sagte immer wieder “Papa lauf”. Es war unglaublich anstrengend, konsequent zu sein und meiner Linie treu zu bleiben. Hat es etwas gebracht? NEIN!

Gerade dann, wenn ein Kind nicht einverstanden ist, braucht es Verständnis und Kooperation, statt Härte und rücksichtslose Durchsetzung des elterlichen Willens. Am Ende konnte ich sagen: “Ich war konsequent!” Aber ich habe mich selbst gehasst. Ich begriff, was für ein gefühlskalter Papa ich in diesem Moment geworden war. Mein kleiner Sohn bittet mich um Hilfe und ich lehne es ab, nur um konsequent zu sein. Aus heutiger Sicht kann ich über meine damalige Borniertheit nur den Kopf schütteln.

Was tun, wenn Kinder nicht das machen was wir möchten?

Kinder verhalten sich oft anders als wir es gerne hätten. Sie räumen nicht auf, waschen sich nicht ihre Hände, lassen ihre Schuhe stehen, helfen nicht im Haushalt, üben nicht das Musikinstrument, nehmen Dinge in die Hand, zu denen wir schon 20 mal “lass das!” gesagt haben, ziehen andere Kinder an den Haaren oder werfen mit Gegenständen auf sie.

Dann suchen wir nach schnellen Lösungen und sprechen Konsequenzen aus:

“Wenn du nicht aufhörst, gehen wir nach Hause!” (Spielplatz)

“Wenn du weiter rumtrödelst, lese ich dir nicht mehr vor!” (abends)

“Wenn du dir nicht die Hände wäschst, gibt es keinen Nachtisch!” (Essen)

“Du bist 30 Min. zu spät gekommen, dafür musst du morgen 30 Min. früher heimkommen!” (nachmittags)

“Du hast Max geschlagen. Das tun wir nicht. Du setzt dich jetzt 5 Min. auf die Bank!” (Kindergarten)

“Ich habe gesagt, du sollst dein Zimmer aufräumen. Vorher darfst du nicht raus!” (zu Hause)

Eltern und Pädagogen denken meist, sie müssten nun “hart bleiben”, um ihre Autorität zu wahren. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Die Wahrheit ist: Eltern und Kinder sehnen sich nach Entspannung, Frieden und Harmonie!

Wenn Eltern meinen, sie müssten “hart bleiben” ist der Konflikt vorprogrammiert. Darunter leiden Eltern und Kinder. In der Ratgeberliteratur wird Eltern eingeredet, sie hätten es später leichter, wenn sie jetzt frühzeitig “konsequent” sein würden. Die Realität sieht anders aus. Kinder sind sehr kooperative Wesen. Laut Jesper Juul kooperieren sie liebend gerne, wenn sie sich wohl fühlen und ihre Anliegen gehört und verstanden werden. Jede Konsequenz verlangt nach Kontrolle und Überprüfung und beinhaltet schon an sich Konfliktpotenzial. Die meisten Kinder sind mit der Konsequenz nicht einverstanden und sehen sich ungerecht behandelt. Sie sind Opfer unserer rücksichtslosen Erziehungsmethoden.

Wozu das führt liegt auf der Hand. Ein Kind, das sich ungerecht behandelt sieht, zieht sich zurück. Dabei mag das Anliegen der Eltern noch so sinnvoll sein. Wenn es dem Kind gegenüber rücksichtslos und ohne Verständnis passiert – egal in welchem Alter, verschlechtert sich die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Rücksichtslosigkeit wird nicht besser, wenn wir sie rechtfertigen, erklären, oder bagatellisieren. Wenn wir unseren Willen gegen den Willen des Kindes durchsetzen, zahlen wir einen hohen Preis: Die Verbindung unterbricht, dadurch wird die Beziehung schlechter. Das merken wir daran, dass sich Kinder zurück ziehen, schmollen, wütend sind oder weinen. Das Kind verliert schleichend das Vertrauen in seine Eltern. Wir nehmen ihnen damit das wertvollste und kostbarste, was wir ihnen mitgeben können: Eine starke Elternbeziehung. Wenn also rücksichtslose, harte Konsequenz Kindern und Eltern schadet, müsste eine der wichtigsten Erziehungsfragen so lauten:

Wie könnte es nun gehen, dass wir hartnäckig inkonsequent sind und unseren Kindern gleichzeitig Orientierung geben?

Ich verrate dir, 2 Möglichkeiten, wie du hartnäckig inkonsequent wirst. Deine Kinder werden dich dafür lieben und gerne kooperieren.

Ausgangssituation: Du machst eine Ansage: Z.B. “Ich trage dich nicht mehr!” Du merkst, dass Widerstand vom Kind kommt. Es ist nicht einverstanden.

Jetzt hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Du fragst dich: “Ist meine Ansage als Erziehungsmaßnahme gedacht? Wird es mein Kind als Strafe interpretieren?
    Dann nimmst du deine Aussage zurück: “Ich merke gerade, dass meine Aussage undurchdacht war. Natürlich trage ich dich noch – soweit ich kann – ok?”
  2. Wenn die Aussage von dir sinnvoll war, hast du wieder zwei Möglichkeiten:
    1. du reagierst rücksichtslos in Form von Strafen (bringt nur noch mehr Stress) oder
    2. du reagierst rücksichtsvoll, indem du einen Weg suchst, der für euch beide ok ist. Dadurch bleibst du hartnäckig, wirst jedoch inkonsequent. Du suchst einen Weg, der für euch beide passt. “Schau, ich möchte, dass du so lange selbst läufst, wie du kannst, ok? Wenn es wirklich nicht mehr geht, trage ich dich ein Stück – soweit ich kann! Dann läufst du wieder. Ja?”

Wenn ich mir vorstelle, ich habe einen Vater oder Mutter, die ihre Konsequenzen relativieren, anpassen oder wegen Sinnlosigkeit zurück nehmen, hätte ich Vertrauen zu ihnen, dass ich geliebt bin, dass sie gerecht sind und sich wirklich für mich interessieren. Solche Traumeltern hätte ich gerne.

Wären meine Eltern hart und konsequent, ohne Rücksicht darauf, wie es mir damit geht, würde ich leiden, das Vertrauen zu ihnen verlieren und mich immer mehr verschließen.

Kinder brauchen Klarheit: Warum nehme ich eine Konsequenz zurück? Sie möchten verstehen, was jetzt zur Veränderung geführt hat. Deshalb empfehle ich allen Eltern: bewusst inkonsequent zu sein und ihre Rücknahme von Konsequenzen KURZ zu erläutern.

Fazit:

Kinder wollen keine Erwachsenen die gnadenlos über sie bestimmen, sondern Eltern und Pädagogen die wirklich interessiert sind zu verstehen, was in den Kindern vor sich geht, um dann rücksichtsvoll einen Weg zu finden, der für beide ok ist. So lange Eltern eine gute Verbindung zu ihren Kindern haben, ist alles leicht verhandelbar. Wenn sie die Verbindung zu ihren Kindern zerstören, muss sie mühsam wieder aufgebaut werden… Lasst uns diesen kostbaren Beziehungsfaden hegen und pflegen, wie eine Katzenmama ihre Jungen.

 

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Sabra

Hallo Tassilo,

Ich bedanke mich sehr für deinen Beitrag uns bin froh das wir doch nicht alleine sind und es Menschen gibt, die auch so denken wie wir.

Noch fällt es mir schwer meinen 18 Monaten alten Sohn konsequent oder nicht konsequent zu erziehen. Es kommen so viele Kommentare von außen, warum ich noch meinen Sohn stille und ob es nicht reicht, da wir uns noch din Kind wünschen.
Viele verstehen auch nicht, das mein Sohn nur 8 bis 9 Stunden in def Nacht schläft statt 12 oder 13 Stunden. Durchschlafen gibt es nicht und verlange ich auch nicht, er ist noch klein.

Ich kann meinen Sohn auch nicht umbewegen um 20 oder 21 Uhr ins Bett zu gehen und ihn zwingend beizubringen, dass er jetzt zu schlafen hat.
Er geht noch nicht in den Kindergarten und ich gehe noch nicht arbeiten. Der Druck von außen meint, warum wir so lange schlafen und warum wir ihn nicht dine Tagesstruktur geben damit es später in der Erziehung nicht schwerer wird.
Ich frage mich als Mutter und Erzieherin, ist ds richtig sein Kind schlafen zu zwingen oder sein Kind aufzuwecken obwohl es müde ist?
Er kann es noch nicht verstehen, da er sich noch nicht in der kognitiven Lage befindet und das braucht Zeit, sage ich den anderen Müttern.
Noch etwas habe ich über meinen Sohn und unserem Schlafverhalten herrausgefunden. Wie sind der Chronotyp „Eule“, der spät schläft und spät aufsteht und haben es in der Gesellschaft schwer (quasi das erleiden wie ein Jetlag).

Entschuldigt den langen Text, bloß ich habe wirklich niemanden, außer meinen Mann, mit dem ich über mein wissen reden oder schreiben kann.
Ich bin dem lieben Gott so dankbar, dass ich diesen Beitrag gefunden habe ♡.

Kinder brauchen Liebe und Verständnis. Ich wurde selbst als Kind oft ohne Grund ins Zimmer gesperrt und habe um Liebe gewimmert und geweint und habe zu Gott gebetet, dass Gerechtigkeit geschehen mag. Meinen Vater habe ich dafür gehasst und war froh das er nach 11.Lebensjahren (ich), ausgezogen ist.

Es war so furchtbar. Wären meine Eltern bzw. Mein Vater inkonsequent gewesen und hätte mir seine Liebe gezeigt, wäre ich heute eine ganz andere starke selbstbewusste Person, die vielleicht eine Sportstudentin oder ähnliches geworden wäre.

All das liegt in den Händen der Eltern. Was geschehen ist, kann man nicht mehr ungeschehen machen. Mit den Folgen lebe ich heute noch und weine wenn ich kleine Kinder sehe, die diese besimmte Sportart machen (mit Unterstützung der Eltern) die ich damals it vollblut (6J.) machen wollte.

DANKE Tassilo! Friede sei mit euch! 🙂 ♡

    Tassilo

    Liebe Sabra,
    vielen Dank für die Rückmeldung, es bedeutet mir viel, zu erfahren, was dieser Artikel auslöst… vor allem, wenn ich dir und deinem Mann Mut machen konnte, hat sich der Artikel gelohnt, der so viel Abwertung erfährt…
    Aber so ist, wenn man nicht dem Mainstream folgen möchte, sondern seinem Herzen…
    Ich schicke euch Kraft und Liebe
    Tassilo

Claudia

Tja, das war jetzt wirklich sehr schön zu lesen und auch all die Kommentare dazu. Unsere Kinder sind (14, 16, 20) und konsequentes Handeln war/ist immer noch ein Thema. Meist heisst es ich sei nicht konsequent genug und deshalb tanzen mir die Jungs (14/16) auf der Nase herum. Mein Gefühl sagt mir eigentlich, dass das nicht stimmt und doch haben mich diese Aussagen immer sehr verunsichert und auch traurig gemacht. Die Frage hinter allen Ansagen ist doch immer “ meine ich das wirklich so, oder ist es eine Reaktion die von aussen kommt“. Kündige ich eine Massnahme an, weil ich das Gefühl habe „man“ macht das so, das gehört sich so, die Umgebung erwartet das von mir, oder ist es etwas das mir aus tiefstem Herzen wichtig ist. Meiner Erfahrung nach werden „echte“ Ansagen akzeptiert, meist kommentarlos. Alles andere gibt Anlass zu Diskussionen. Dieses Erziehen war mir immer so zuwider…..Massnahmen anderen antun, die man selber zutiefst hassen würde. Wieso soll ich mit meinen Kindern so umgehen, wie ich auf keinen Fall behandelt werden möchte? Antwort: „Damit sie lernen wie es im Leben zu und her geht, damit sie sich anständig verhalten und nirgends anecken. Damit sie Systemkonform sind“. Ich kann mich an unzählige Male erinnern, wo es mir nachher schlecht ging, weil ich mich konsequent verhalten habe und die Stimmung im Eimer war.
Ich habe also doch nicht alles falsch gemacht….und bin jetzt umso motivierter, immer nach Lösungen zu suchen auch wenn es dauert und andere finden ich sei nicht konsequent. 😉

    Tassilo

    Lebe Claudia,
    vielen Dank für dein Kommentar. Ich freue mich, dass mein Artikel von dir genau so verstanden wurde, wie ich ihn geschrieben habe 😉 Von deinem Ringen und dranbleiben zu lesen ist eine echte Freude !!!
    lg
    Tassilo

Karo

Hallo!
Für mich hört sich das nicht nach Konsequenz an sondern nach sinnlosen bestrafen!! Und das braucht echt kein kind!!
Ich durfte bei meinem 15 monate alten Sohn die Erfahrung machen, wenn ich ihm erkläre warum und wieso das jetzt nicht nach seinem Kopf geht oder ihm eine beschäftigungsalternative biete er das versteht und ganz toll mit macht!
Manchmal ist er sturr aber das sind seine eltern ja auch^^
In diesem Sinne sinnlose Bestrafung bringt gar nichts haben meine Eltern auch so mit mir gemacht hat gar nix gebracht!!

Lg Karo ♦

sarah

ich bin immer inkonsequent gewesen, immer in der ersten aufregung etliche strafen veranschlagt, die ich am ende nicht eingehalten habe und wenn ich doch ein zwei seltene male konsequent war, so quält mich das bis heute 🙂 .anfangs habe ich mich vielleicht noch entschuldigt für mein verwirrendes verhalten,warum hab ich da jetzt geschrien oder mit der strafe überreagiert, aber beim nächsten großen ärger war es wieder so.
irgendwann habe ich meine inkonsequenz nicht mehr erklärt, ich denke man könnte mein verhalten so interpretieren, dass ich aus schwäche klein bei gegeben habe. obwohl meine tochter (11) schonmal in tränen ausbricht wenn sie (was auch immer) doch noch darf.das heißt sie weint aus schamgefühl und denkt dass sie die güte nun nach ihrem verhalten nicht verdient hat. dann muss ich sie wieder beruhigen, während mein sohn (13) mich schon lange nicht mehr ernst nimmt (ja,ja, machst du sowieso nicht und sein verhalten langfristig eher zur egal-haltung tendiert).
im allgemeinen fühlt sich alles durcheinander an , die kinder tanzen einem auf der nase herum und ständig denkt man( im nacken die erinnerung an die supernanny und co) das nächste mal werde ich konsequent sein, alles wird nur noch aus regeln bestehen, aktion – reaktion :D. und immer wieder scheitert man mitten in der (re)aktion mit einem blick auf sich selbst ,indem man erkennt dass man sich selbst überhaupt nicht ernst nehmen kann.
man kann die dinge ja auch nicht von jetzt auf gleich verändern, außerdem hat man ständig das gefühl, es ist schon zu spät.
am ende des tages sagen wir uns zwar immer dass wir uns lieb haben und wenn es drauf ankommt, halten wir zusammen, aber man spürt eine unsichtbare immer anwesende zerbrechlichkeit.diese situationen haben mich immer traurig gemacht, vor allem in phasen, in denen sie viel zu oft aufgetreten sind. und gerade in der angst vieles falsch zu machen, die ja eher von außen forciert wird, macht man vieles falsch.
und nun lese ich diesen artikel, der mir aus der seele zu spricht und mir so logisch vorkommt wie selten etwas, was ich bis jetzt in den zahlreichen ratgebern, posts etc., gelesen habe.

    Tassilo

    Vielen Dank für diese ausführliche Rückmeldung! Bin sehr berührt von deiner Aufrichtigkeit…
    Sei von Herzen gegrüßt
    Tassilo

Milli

Ich bin sehr froh, dass es in unserer Familie das kleine „Na gut“ gibt. Wenn ich spontan „Nein“ sage und es mir später sinnlos vorkommt, kann ich „Na gut“ sagen. Und das Kind lernt von mir, dass man ohne Gesichtsverlust einlenken kann. Auch wir Erwachsenen verlangen von dem Kind, dass es nach dem Trotz einlenkt und „Na gut“ denkt und sagt und macht, was der Erwachsene will.

Tina

Du hast so recht. Ich bin meinen Kindern gegenüber die Inkonsequenz in Person und sie lieben mich dafür. Ich kann es nicht ertragen wenn sie weinen und bin wirklich schnell weich zu kriegen.
Als Dank kuschel sie gerne mit mir und schreiben mir oft Briefe mit „Mama ich hab dich lieb“.
Ich wurde konsequent erzogen und habe irgendwann mit 8 Jahren aufgehört meine Eltern zu umarmen und ich kann es heute noch nicht.
So etwas möchte ich mit meinen Kindern nicht erleben.
Ein kleiner Tipp:
es ist sinnvoller vor einer Unternehmung Regeln aufzustellen, dann wissen die Kinder auch was man von Ihnen erwartet. In einer Unternehmung neue Regeln festzulegen endet nur in Geschrei und Tränen.

Kathleen

Lieber Tassilo,

ich habe bei der Überschrift gedacht „was für ein Quatsch“. Ich habe die Zeilen gelesen und war verwirrt. Die Beispiele die aufgeführt wurden, haben in meinen Augen nichts mit konsequent-sein zu tun, sondern mit Bestrafung. Wenn man ein Kind auf das Leben vorbereitet, dann sollte man mit gutem Beispiel voran gehen und versuchen bei unterschiedlichen Meinungen nach Lösungen zu suchen, die für beide Parteien annehmbar sind. Manchmal muss ein Elternteil aber einfach verbieten, bei zuviel Süßigkeiten zum Beispiel, denn die Konsequenz wären sonst Bauchschmerzen.

Meine Kinder wissen, dass sie mit guten Argumenten eine Meinung von mir kippen können. Da bin ich aber nicht inkonsequent sondern gerecht.

Ich denke wir verstehen das konsequent-handeln einfach unterschiedlich.

Liebe Grüße

Kathleen

    Karo

    Bin absolut deiner Meinung!!

    Lg

Raphael Huber

Hier wird einiges aus Vermischungen und Annahmen entwickelt und dann auch logisch zu Ende gedacht aber dabei geht vergessen, dass der Fehler schon viel früher passiert ist. Die „Konsequenz“ wird als das Problem dargestellt, wenn eigentlich schon die Regeln und Vorsätze das Problem waren.

Wenn man falsche, unsinnige, unlogische, unverständliche Regeln aufstellt oder sich Vorsätze nimmt welche pädagogisch bedenklich sind (wie im Beispiel laufen, tragen) dann muss man konsequenterweise inkonsequent sein um nicht eine miserable Erziehungsperson sein. Das ist in etwas das was hier geschildert wird.

Aber das ist nicht der Fehler der Konsequenz sondern der Regeln und Vorsätze die der Konsequenz vorher gingen.

Zusätzlich werden hier grundsätzlich zwei Sachen vermischt, die man nicht vermischen darf.

1: Konsequenz nach nicht akzeptiertem Verhalten, welches in der Gemeinschaft nicht getragen werden kann. Hier braucht es so wenige wie möglich doch umso sinnvollere Regeln und 100% Konsequenz, sonst verwirrt es das Kind. Kinder wollen das diese Regeln konsequent durchgesetzt werden müssen, wenn Erziehungspersonen hier den (für sich bequemen, netten) Weg nehmen, dann fühlen sie sich ungeliebt weil die Erziehungsperson die eigene Bequemlichkeit über die Erziehungsaufgabe gegenüber dem Kind stellt. Das ist meiner Meinung nach DER grösste Fehler inkonsequenter Erziehungspersonen. Sie denken sie tun dem Kind einen gefallen weil sie nett und gefühlvoll sind, doch in Tat und Wahrheit tun sie sich selbst einen gefallen weil sie weich statt hart sein können.

2: Konsequenz bezüglich Vorsätzen in der Erziehung welche nicht mit einem nicht akzeptierbaren Verhalten zu tun haben (das Beispiel mit den tragen/laufen). Hier braucht es keine Konsequenz sondern Verhältnismässigkeit, diskurs, Verhandlungen.

Das sind zwei komplett verschiedene Themen und sie beide in den gleichen Topf zu werfen ist mindestens bedenklich.

Viele Leser werden hier wohl ein wenig verwirrt sein und nicht wissen wer sie sind und wer sie sein wollen. Denn ihr Blog stimmt für 2) aber nicht für 1).

Fazit: Konsequent sein ist nicht per se hart und gefühllos. Denn wenn man Regeln aufstellt, deren konsequente Umsetzung verlangt das man gefühllos, pädagogisch falsch oder unverhältnismässig handeln muss, dann hat man die falschen Regeln aufgestellt!

Deswegen zu allem was hier steht: Konsequent zu Ende gedacht aber nicht konsequent angefangen.

    Tassilo

    Laut – lach… 😉 Ja Raphael, dein letzter Satz gefällt mir… allerdings sehe ich es tatsächlich anders als du.
    Schlagen ist z.B. nicht immer Schlecht. Beißen, hauen und kratzen auch nicht. Es kommt darauf an.
    Wenn ein Junge vergewaltigt wird und sich dabei wehrt, haut, beißt, kratzt, dann würden wir sogar stolz auf ihn sein. Gegenüber einem Jungen der sich bei einer Vergewaltigung nicht gewehrt hat, weil wir ihm gesagt haben, dass es sich nicht gehört, bei dem wir eher den Kopf schütteln würden und ihm vielleicht noch Vorwürfe machen würden: „Warum hast du dich nicht gewehrt?“ – „Weil ihr mir gesagt habt, dass ich es nicht darf!“

    Aus meinem Verständnis heraus hat jedes Verhalten seinen Sinn. Wenn ich das verstanden habe und einen besseren Weg kenne um das dahinterliegende Bedürfnis zu erfüllen, sind Kinder und Erwachsene absolut kooperationsbereit.
    Selbst Gefängnis würde ich niemals zur Strafe als Konsequenz einsetzen, sondern nur als Schutz. Wenn die Gesellschaft vor jemand geschützt werden muss, ist ein Gefängnis sinnvoll, jedoch auf ganz andere Art, als wir es bisher machen.

    lg
    Tassilo

Joana

Ich habe zwei Jungs von 4 und 5. Jeder hat mir Prophezeit dass ich das ja im Leben nicht geregelt bekomme, weil sie so dicht beieinander sind vom Alter her. Es war und ist auch oft sehr stressig, aber hey.. jeder sagt mir was ich für tolle, liebe, ausgeglichene Kinder habe. Ich gehe mit ihnen genauso um wie es im Artikel beschrieben ist. Sie wissen was sich gehört, können sich benehmen, aber sind trotzdem völlig Kind und drehen auch mal völlig durch.. ich lasse sie manchmal den ganzen Tag Fernsehen, wenn das Wetter doof ist und wir sowieso nichts unternehmen können. Es gibt aber auch viele Tage an den sie nur draußen im Garten spielen, mit ihren Freunden oder bei denen. Tage an den wir was tolles basteln, wobei sid mir ihre Liebe ausdrücken können und mir etwas schenken zu können bereitet ihnen so große Freude, dass sie manchmal sogar Tränchen in den Augen haben weil ich mich so sehr darüber freue.
Wie ich mit „Konsequenz“ umgehe: sie wissen, dass jedes Handeln im Leben eine gewisse Konsequenz mit sich bringt. Aber nicht weil ich das sage, sondern weil es eben so ist.. wenn sie morgens zb zu lange rum trödeln, sage ich ihnen, dass sie den gemeinsamen Morgenkreis im Kiga dann verpassen. Ich lasse ihnen aber die Wahl. Natürlich wollen sie gerne mitmachen, also beeilen sie sich. Kinder sind so faszinierende Wesen. Wer auch nur ein bisschen darauf hört was sie bewegt und welche Bedürfnisse sie haben, kann eine unendliche glückliche Liebesbeziehung mit ihnen haben.

    Tassilo

    Liebe Joana, vielen dank für deine berührenden Zeilen…
    Kinder sind so unterschiedlich, das was für meine Kinder wirkt, kann bei deinen ganz anders sein… vielen Dank dass du uns an deinem Kinderzauber hast teilhaben lassen…
    lg
    Tassilo

Alexandra

Hallo Tassilo

Am vorigen WE, hatten wir alle mit unserem 3jährigen einen schweren Stand. Ich hatte einen Termin, der Wichtig war und leider aber zu einer unpassenden, nähmlich zur Essenszeit.
Er war erst vom Besucher fasziniert, dann hatte er plötzlich Hunger und wollte partout nur von mir seinen Teler gerichtet, Papa und Oma waren gar nicht recht. Nur ich kam nicht dazu und hab ihm gesagt, wenn unbedingt ich den Teller richten soll, muss er leider warten. Dass war auch bäh, aber er hat es akzeptiert. Als dann der Handwerker weg war und wir uns endlich zu Tisch setzen konnten, wollte er plötzlcih nimmer und egal wer was zu ihm gesagt hat, er war total auf „nein“ gebürstet. Nun ja die Situation wurde immer unangenehmer und schließlich ließ ich mich hinreissen: Wenn du jetzt nicht mit uns ißt, nehme ich dich nicht mit zum Baby (neugeborener Kusin), den warten kann ich nicht mehr länger, dass du vielleicht spatter ißt, dann können wir alle nimmer zum Baby…. Dann musst du eben zu Agnes (Nachbarin und Mutter der Freundinnen) rüber. Kaum hatte ich es gesagt und gemerkt, dass das nicht zieht und er trotzdem nicht nachgibt, tat es mir leid, den er hatte sich so aufs Baby gefreut und ich wollte ihm dass auch eigentlich gar nicht nehmen. Aber ich hatte es nun Mal gesagt und da gab es kein Zurück mehr.

Schade, dass ich deinen Beitrag nicht schon davor gelesen hatte! Ich hab mich den ganzen Abend super mies gefühlt.

Leider habe ich es als Kind ähnlich erlebt, wie Vanessa. Hatte ich was verbockt, gab es Strafe von meinem Vater, machte ich Mal was gut, nie ein Lob. Ich hatte, je älter ich wurde ein immer schlechter werdendes Verhältnis zu ihm und das hat sich bis zu seinem Tod nicht gebessert. Ich würde es gerne anders machen, ertappe mich aber viel zu häufig dabei in dieses Muster zu fallen und Druck auf meine Kinder auszuüben 🙁

LG Alex

Luna

Hallo Tassilo,
ich habe festgestellt, dass ich instinktiv meistens nach deinem Modell gehandelt habe. Dies hat zur Folge, dass ich heute mit meinen Jungs (19 und 16) ein ganz wunderbares Vertrauensverhältnis habe, das weit über das hinaus geht, was andere Jugendliche Ihren Eltern anvertrauen würden. Natürlich weiß ich, dass sie mir mit Sicherheit nicht ALLES erzählen,und das ist auch gut so.
In den Fällen, in denen ich HART und KONSEQUENT war, war ich es eigentlich nur, weil andere (Großeltern, Lehrer z.B.) es von mir so erwartet haben. Ich kann aber nicht behaupten, dass ich tatsächlich dahinter gestanden habe und die „Konsequenzen“ für mich persönlich mindestens genauso unangenehm waren wie für meine Kinder. Zum Teil sogar auch für mich Strafe!(z.B. 1 Woche Hausarrest im Hochsommer… was für ne saublöde Idee!!! )
Im Endeffekt ist mir das Vertrauen meiner Jungs hundert mal mehr wert, als das Gefühl, in einer Streitsituation „gewonnen zu haben“.
Liebe Grüße
Luna

kim

Eine Konsequenz, die Härte, Fühllosigkeit und Sadismus beinhaltet, schadet jedem Kind. Wenn wir einfühlsam mit den Kindern umgehen und ihnen Grenzen begreifbar machen (einschließlich die eigenen) dann kann man mit ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen, die für beide Teile akzeptabel sind. Schon Marshal B. rosenberg hat mit seiner „gewaltfreien Kommunikation“ aufgezeigt, wie Zusammenleben möglich ist, ohne dass ein Teil unterworfen bzw. sogar gebrochen“ werden muß. Wir brauchen gesunde, empathische und liebevolle Menschen und sollten sie nicht durch Härte zu Monstern verbilden!

Katrin

Hallo,
der Beitrag hat mich begeistert. Es ist genau die Erziehung, die ich von meinen Eltern und meiner Großmutter erhalten habe. Ich habe sie bei meinen Söhnen (19 und 25 Jahre)angewendet und heute bei meiner Enkeltochter (5 Jahre). Bis heute habe ich es nicht einmal bereut oder an dem gezweifelt was ich tat. Auch wenn in meinem Umfeld viele waren, die das anders sahen. Das Thema Pupertät zum Beispiel, ging an uns vorbei, wie der leichte Hauch einer Sommerbrise. Nichts ist so wichtig wie Vertrauen und Liebe, der Rest kommt dann von allein. Nur so konnten wir die dunkle Zeit in unserem Leben überstehen und uns heute wieder an unserem Leben erfreuen.

LG Katrin

Astrid Maier

Wochenende Fr abend-So Nachmittag war mein 6 jähriger Enkel zu Besuch !Fr Abend war super, Bilderbücher vorgelesen, dann ist er ins Bett!Sa morgen hatte ich für ihn Brezel gekauft, die er sonst gerne isst, da nicht! Zum Backen hatte er keine Lust, vorher wollte er das! Einkaufen mit dem Opa damit er Bewegung hat, ich hatte den Quark vergessen, wollte er auch nicht, ich konnte kein Tiramisu machen und habe ihm das auch erklärt, Omi geh du doch sagte er; mittags ging es weiter, Kaiserschmarren mit Rosinen, die er liebt wollte er nicht essen! Ich bin dann mit ihm ins Kino in einen Film, in den ich nicht wollte und erst zu Hause, als ich ihm Bilderbücher vorgelesen habe, war es wieder o.k.! Wie schaffe ich es in Verbindung zu kommen, Fynn irgendwas anderes isst außer Süsses Schokolade etc. und sonst nur schlechte Laune hat. Und ich über dieses Thema dann auch nicht in Verbindung mit meinem Mann bin!!Ansonsten fand ich die Beiträge und Kommentare klasse, habe mich in vielen wiedergefunden

Liebe Grüße
Astrid

Astrid

    Tassilo

    Liebe Astrid,
    es wäre spannend, herauszufinden, was ihn beschäftigt. Hatte er Heimweh? Mamaweh? Oder oder? Lustlosigkeit oder notorische Ablehnung von Angeboten lässt auf etwas tiefer liegendes vermuten. So lange es nicht gefunden wurde sind viele Angebote unfruchtbar. Ich empfehle das nächste Mal ein wenig Zeit zu investieren um wirklich zu verstehen, was sein Herz umtreibt. Das ist kein Zuckerschlecken, da er selbst nicht genau weiß, was los ist. Viel Spass, bei der Forschungsreise und der dabei entstehenden Verbindung. lg Tassilo

Hausmann Martina

Lieber Tassilo,
Ich bin seit 22 Jahren Erzieherin und habe einen Sohn mit 20 und eine Tochter mit 18 Jahren.
Meiner Meinung nach haben die Kommentare recht, dass es in deinem Artikel ein Problem mit dem Begriff Konsequens gibt.
Aber du hast auch recht. Wer knall hart seine Vorstellungen in der Erziehung durchsetzen will, entfernt sich von seinem Kind!
Das Wichtigste in der Erziehung ist eine gleichbleibende Richtung die dem Kind Sicherheit gibt. Und den sollte man konsequent gehen. Natürlich mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des Kindes.
Am meisten lernen Kinder durch das Vorbild. Wenn Eltern sich mit dem Kind regelmäßig und in den immer gleichen Situationen die Hände waschen, dann tuen sie es später von selbst. Nur muss das Verhalten von den Eltern konsequent eingehalten werden. Das Kinderzimmer aufräumen, den Tisch abräumen, die Wäsche in den Wäschekorb geben, all das macht man am besten mit dem Kind zusammen bis es in die Schule kommt. Und dann kann es einzelne Arbeiten auch allein verrichten.
Das Wichtige ist aber das Vorbild der Erwachsenen im Umfeld der Kinder!
Nach meiner Meinung ist das auch der Grund, weshalb so viele Jugendliche und junge Erwachsene so orientierungslos sind. Denn viele Erwachsene reden so und handeln ganz anders.
Aber es ist sehr schön, dass wir uns so frei miteinander austauschen können und unser Verhalten hinterfragen. So können wir für unsere Kinder die beste Möglichkeit finden fröhliche, aufgeschlossene und tolerante Menschen zu werden.

Gruß Martina

Robert Mielke

Halleluja, einer hats begriffen! Diesen Beitrag werde ich all denen auf den Tisch legen, die mich jahrelang für den angeblich inkonsequenten Umgang mit meinen Kindern gescholten haben. Kinder wollen angenommen und verstanden werden, wie alle Menschen, nicht erzogen. Ich hasse das Wort Erziehung. Dabei geht es um Macht, nicht um Menschlichkeit. Der positive Umgang mit Kindern, ist die beste Zukunftsvorsorge, die eine humane Gesellschaft leisten kann. Tausend Mal: DANKE!

    Tassilo

    Wow – danke für deine Resonanz – ich freue mich sehr, zu lesen, dass du deiner Linie treu geblieben bist. Ich feiere dich!
    Herzliche Grüße
    Tassilo

Hedi

Hey,
Ich finde diesen Beitrag echt toll.
Es ist wirklich schön zu lesen, dass es auch andere Eltern so sehen und so machen. Ich erziehe meine Kinder nach Gefühl. Das heißt, wie geht es uns damit. Was dem, was du schreibst sehr nah ist. Doch ab und zu überkommen die Vorstellungen unserer Gesellschaft mich und ich werde meinen Vorstellungen untreu und ich fange sogar an, an ihnen zu zweifeln. Um so mehr freut es mich aus tiefstem Herzen deinen Beitrag zu lesen.
Danke 🙂
Und ich finde, es sollten viel mehr Eltern ihren Kindern zuhören und nicht so ein doofer Erwachsener sein, der immer alles besser weiß und sowieso mehr Ahnung und Erfahrung hat.

Liebe Grüße,
Hedi

Heidi

Lieber Tassilo,

vielen Dank für diesen Artikel! Ich habe ihn nach dem ersten Lesen erst einmal sacken lassen müssen, weil mir nicht ganz klar war, wie ich eigentlich zu dem Thema stehe. Das Gefühl, das Du beschreibst, kenne ich nur zu gut: Das Kind liegt weinend im Bett, weil wir zuvor Stress wegen seiner Trödelei hatten, und ich dann auch dachte, JETZT muss ich dranbleiben, sonst habe ich morgen wieder den gleichen Zirkus. Und doch hatte ich ein schlimmes Magengrummeln. Darauf will ich ab sofort wieder mehr achten und nach anderen Handlungsmöglichkeiten fahnden – das verspreche ich Dir!

Jetzt, nachdem die ersten Kommentare schon abgegeben wurden, bin ich etwas verwirrt, weil ich selbst Konsequenz immer anders verstanden habe: Nicht als Durchführung und Durchsetzung von Strafen, sondern als ganz klare Richtlinie für meinen Sohn, wie *ich* mich verhalten werde, wenn er das oder das macht. Und dazu gehört keine Auszeit oder sonstige Strafen, sondern eher im Sinn von logischen Folgen.

Wenn er zu früh vom Tisch aufsteht und sagt, er ist satt, dann weiß er, dass es danach für eine gewisse Zeit nichts mehr zu essen gibt, da ich kein Restaurant führe. Er bekommt auch kein anderes Essen, wenn es ihm nicht schmeckt, aus dem gleichen Grund wie oben. Er wird sich immer mal wieder später in Situationen wiederfinden, in dem das Essen nicht so doll schmeckt, er dann aber keine Wahl hat und „Bestellungen“ aufgeben kann. Er braucht nicht alles aufzuessen, aber er wird auch nicht verhungern bis zur nächsten Mahlzeit.

Wenn er abends beim Zähneputzen oder beim Ausziehen trödelt, dann bleibt einfach weniger Zeit zum Lesen übrig, auch das ist eine logische Folge. Nach 20 Uhr ist in der Regel Mamazeit.

Ich finde es sehr wichtig, dass wir als Eltern eine gute Balance finden. Sich selbst aufgeben und die eigenen Bedürfnisse ständig hintenan stellen ist keine Lösung – das ist wie eine tickende Zeitbombe. Auf der anderen Seite einen Egotrip durchziehen und seine Kinder wie nervige Anhängsel zu betrachten, die gefälligst zu funktionieren haben, geht schon mal gar nicht! Ich glaube fest daran, dass wir die Verantwortung haben, unsere Kinder bis zum Erwachsenenalter zu begleiten, und ihnen schrittweise zu zeigen, was jetzt in dieser oder jener Situation angebracht ist. Wobei ich darauf achte, mein Kind nicht wie einen kleinen Erwachsenen zu behandeln und es mit Erklärungen zuzudröhnen, die es noch gar nicht intellektuell oder empathisch erfassen kann.

Soweit die Theorie 🙂 Auch ich erwische mich hin und wieder mit vollkommen unlogischen Phrasen und hirnlosen Konsequenzen. Meistens bin ich aus anderen Gründen vollkommen frustriert, und dann bemerke ich entsetzt, was für einen Stuss ich zu meinem Sohn sage. Wenn ich dann wieder einen klaren Kopf habe, bitte ich meinen Sohn auch um Verzeihung. Das ist für mich z.B. jetzt nicht inkonsequent – sondern menschlich! Mein Sohn weiß, dass ich Fehler mache. Er darf ja auch Fehler machen, und ich habe ihn immer, immer lieb! Das sage ich ihm auch. Er soll lernen, dass Fehler ok sind, und dass es zu einem starken Charakter gehört, sich danach angemessen zu entschuldigen.

Ich habe außerdem gelernt, viele unangenehme Situationen schon zu antizipieren und damit die Kooperation mit dem Jungen zu erreichen. Wenn wir zum Essen bei Freunden eingeladen sind und ich weiß, es sind nur kleinere oder gar keine Kinder da, dann sage ich das vorher und frage ihn, ob wir etwas zu lesen mitnehmen sollen oder was er sich wünscht. Zur Not fahre ich vorher noch schnell zur Tankstelle und kaufe ein Comic. Oder ich sage gleich morgens beim Frühstück, dass wir nachmittags eine große Runde mit dem Hund drehen müssen, auch wenn das Wetter schlecht ist. Er ist zwar nicht immer begeistert – ist auch ok, bin ich ja auch selbst nicht – aber wir wollten beide den Hund, also müssen wir beide – nicht nur ich – mit dieser Konsequenz leben. Und ich habe die Aufgabe, ihm das zu zeigen, wie das geht.

Und natürlich bin ich auch inkonsequent 😉 Ich liebe Ausnahmen von der Regel, die ich immer mal wieder in unseren Alltag einbaue. Die spontane Visite in der Eisdiele. Der Überraschungsbesuch im Kino. Die Extra-Spielminuten am Handy.

Ich habe aber zudem die Erfahrung gemacht, dass ich mit sanfter und wohlwollender Konsequenz letztlich doch auch positive Erlebnisse generiert habe (z.B. eine gemeinsame Tour im Wald, was dem Jungen dann doch noch sehr viel Spaß gemacht hat, obwohl er anfangs keine Lust hatte und herumnölte).

Mein Ziel ist es, mit einem Augenzwinkern warmherzig konsequent zu sein im Sinne von „Du kannst dich auf mich verlassen. Immer.“ Auch mal Fünfe gerade stehen zu lassen. Mich nicht zu schämen „Entschuldige bitte!“ zu sagen. Meinem Sohn ein Mitspracherecht einzuräumen, was die einzelnen Optionen angeht.

Uff, jetzt wurde es doch ein langer Text. Daran erkennst Du, Tassilo, dass Du echt einen Nerv getroffen hast 🙂

Lieben Gruß
Heidi

julia

Hallo Tassilo,
ich bin 33 Jahre alt, habe einen we jährigen aus erster Ehe, einen 5jährigen und einen einjährigen aus zweiter Ehe. Meine Eltern haben mich und meine Geschwister inkonsequent erzogen und dafür bin ich dankbar. Meine Mutter hat heute noch eine starke Beziehung zu uns (unser Vater ist schon verstorben).
Auf meine Kinder gehe ich ähnlich ein, wie ich es aus meiner Erziehung kenne, was Freunde und mein Mann meist nicht verstehen.
Ich bin glücklich mit der lockeren inkonsequente Erziehungsmethode, fühle mich aber angegriffen durch Kritik von außen. Das ist für mich sehr hart, weil ich eigentlich stolz bin, so warm mit meinen Kindern zu sein, so dass nichts zwischen uns steht oder ich über ihnen stehe.
Aber es tut gut, zu hören, dass andere auch auf diese Art erziehen.
Alles Gute
Julia

Carl

Sehr schöner Beitrag. Wir versuchen bei unserem Sohn (3 und ein bissel) auch immer Kompromisse zu finden bzw zu erklären warum manches jetzt so nicht geht und wie es vielleicht anders zu machen wäre damit alle einverstanden sind und dann kommt es auch zu total süßen und lieben Rückmeldungen. Thema Tragen: Natürlich wird er langsam schwer und wir verhandeln dann immer und er fragt auch ob mir mein Arm schon weh tut oder möchte dann beim Einkauf hochtragen helfen, damit mein Arm nicht weh tut. Da trägt man ihn dann auch mal wieder gern. besonders früh auf dem Weg zur KiTa ist es gleich noch eine Kuscheleinheit auf dem Weg zum Bus.

    Tassilo

    Wen ich deine Zeilen lese, bin ich voller Freude, weil ich sooooo gerne in Verbindung bin mit Eltern die ihrem Kind ihre Liebe auf so eine Art zeigen wollen und es auch tun…
    Da möchte mann doch gleich wieder Kind sein…
    Danke euch…

Nina T.

…das sagen auch nur Leute, die das mit der Konsequenz falsch/nicht verstanden haben.

Deine Beispiele haben nix mit Konsequenz zu tun.

Wenn dein Kind dich um etwas bittet und du das nicht möchtest/kannst oder du es um etwas bittest und es das nicht möchte, macht es eine negativ Ansage, dann erst entscheidest du ob du durchziehen willst oder nicht (-konsequent sein willst).
Wenn du es willst solltest du dabei bleiben, wenn nicht dann musst du dich JETZT dazu entscheiden. Nicht nach 5x quengeln. Dann lernt nämlich dein Kind das Quengeln und Schreien zur Kommunikation dienlich sind.

Wie du mit deinem Kind sprichst musst du selber wissen. Anschreien hat nix mit Konsequenz zu tun. Im Gegenteil teilt meine „Konsequenz-stimmlage“ meinen Kindern mit dass ich das jetzt wirklich so meine. Nämlich genauso wie wenn ich sage „Nein, Kinder dürfen keinen Wein/Kaffee trinken/auf die Strasse laufen“. Das kann ich ganz ruhig sagen und es trotzdem meinen.

Und ja meine Kinder müssen sich 2x am Tag die Zähne putzen und wenn es zu lange dauert gibt nur ein/kein Buch mehr vorgelesen, weil Mama auch das Bedürfnis nach einem ruhigen Abend/Arbeit/abschalten/nur 24h am Tag hat.

Nach Klöters sollte man sich immer fragen wessen Bedürfnis gerade größer ist. Und danach handeln. Am besten überlegt man sich vor der Ansage ob man das auch so durchziehen will, spätestens jedoch nach dem 1. Nein.

Und durch mein konsequentes Nein (einmal Schokolade wegnehmen im Supermarkt hat gereicht) fragt meine 4-jährige nie im Supermarkt nach Süßem. Doch, sie fragt manchmal (selten) und wenn ich nein sage dann ist es gut.

    Tassilo

    Hi Nina,
    danke für deine Kritik.
    Wir sehen es vielleicht unterschiedlich, vielleicht gibt es da auch nur Mißverständnisse.
    Es ist für mich nie zu spät einen rücksichtslosen Weg zu korrigieren und einen besseren Weg
    zu finden, der für beide passt.
    Manchmal gelingt es uns nicht, dann sollten wir das aus meinem Verständnis heraus auch Transparent
    machen, dass wir Eltern es nicht geschafft haben einen Weg zu finden, der für beide passt. Das Kind
    kann je nach Alter nichts dafür.
    So verstehe ich Elternverantwortung.
    lg
    Tassilo

    Doro Schaefer

    Hallo Nina,

    ich denke, falsche Entscheidungen sollte man als solche benennen und gegenüber dem Kind zurücknehmen, evtl. auch Bedauern ausdrücken.

    In Folgendem gebe ich Dir recht: Wenn das Abweichen von gerade getroffenen Entscheidungen die Regel ist und gar keine „Linie“ hat, mal Dinge erlaubt und dann wieder genau die gleichen Dinge verbietet, dann erzeugt dies große Orientierungslosigkeit beim Kind. Es wird anfangen, jedesmal das Beste für sich „herauszureizen“. Sowas mündet oft in endlosen Quängeleien und Diskussionen.

    Tilo: Wenn wir schon Jesper Juul bemühen, dann doch bitte auch den Aspekt der elterlichen Führungsaufgabe. Und das persönliche „sich abgrenzen“. Juul spricht oft davon, ein klaren „Nein“ zu verwenden, wenn man nein meint – und „ich will!“ zu sagen, wenn das auch so ist. Worin ich dir recht gebe ist, dass ein „Konsequent-sein“ aus einem Konzept heraus, das wir im Kopf haben und welches unserem „Inneren weisen Ratgeber“ stark zuwiderläuft, ein Kind verletzen kann und die Eltern-Kind-Beziehung beeinträchtigen kann.

    Es gibt allerdings auch Eltern, die sich gerade abgrenzen müssten oder aus elterlicher Schutzverantwortung begrenzen müssen, weil sie müde sind, weil sie ein wichtiges Telefongespräch führen müssen, weil das PC-Spiel für 16-Jährige ist und nicht für 10-Jährige, weil eine 12-Jährige nicht bis 21:00 Uhr draußen sein sollte, es sei denn, es ist eine abgesprochene Ausnahme, weil sechs Stunden PC-Spielen täglich auch für einen 16-Jährigen gefährlich in den Bereich von Spielsucht reicht, weil zu viel Zucker schädlich ist und die Gummibärchentüte von deinem 8-jährigen Kind nicht in einem Rutsch aufgegessen werden sollte …

    Je nach Alter sollte man drei Bereiche abgrenzen:
    1. Das entscheidest du allein!
    2. Darüber können wir reden.
    3. Das entscheide nur ich!

    Die Bereiche sind nicht in Stein gemeißelt und sollten der fortschreitenden Reife des Kindes stets angeglichen werden. Mit zunehmender Reife des Kindes sollte immer mehr in den Verantwortungsbereich des Kindes wandern. Die „Führung“ des Kindes sollte immer mehr in eine „Begleitung“ des heranwachsenden Jugendlichen/jungen Erwachsenen münden.

    Was ich sehr gefährlich finde, sind Eltern, die es nicht schaffen, ihre Kinder zu frustrieren, wenn notwendige Grenzen gesetzt werden müssen. Zugegebener maßen ist es schwer, zu erkennen, was notwendig ist und was nicht. Dein oben genanntes Beispiel mit dem Tragen ist sehe ich auch als Beispiel dafür, hier von der „Konzept-Konsequenz“ abzuweichen. Wenn es darum geht, dass mein Kind 2x am Tag Zähne putzt, dann würde ich aber auch eher dazu tendieren zu sagen: „Wir haben jetzt für Zähneputzen und Vorlesen eine Stunde Zeit. Es liegt bei Dir, wie viel Zeit davon fürs Vorlesen bleiben.“ Das Zähneputzen hätte ich mit viel Quatsch und Singen über Monate und Jahre als lustiges Abendritual eingeführt. Somit wäre es erst gar kein Zankapfel.

    Dieses Thema beschäftigt mich gerade auch sehr. Und ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass es auch hier kein Patentrezept gibt. Es gibt Ungleichgewicht in Familien. Bei den einen wäre es günstig, sie würden von ihren engen Konzepten wegkommen, die anderen bräuchten mehr elterliche Führungsverantwortung und innere Struktur. Dann hat es noch viel mit der Lebenssituation, der Familienkonstellation, dem Temperament und der Persönlichkeit Betroffenen zu tun.
    Es bleibt spannend.

      Tassilo

      Hi Doro,
      vielen Dank für die lange Ausführung… insgesamt lese ich in deinem Beitrag zu viele „MÜSSENS“ ich habe auch andere Werte als du. Mir ist körperliche Selbstbestimmung ein extrem wichtiges Gut! Deshalb gibt es für mich eher zwei Richtlinien die heißen: Ich bestimme über meinen Körper und du über deinen. Wenn ich mit deinem Körper etwas machen möchte, brauche ich deine Zustimmung! Es gibt nichst, was mein Kind betrifft, wo ich es nicht mit berücksichtigen möchte.
      Ich stimme mit dir überein. Es gibt keine Patentlösung, aber es gibt Prinzipien, die das Leben extrem vereinfachen. Wer sie kennt und anwendet hat ein leichteres und schöneres Leben, als jemand der es nicht tut.
      Aus meiner Sicht gibt es nichts was wir tun MÜSSEN außer ein kausales müssen. Eltern müssen nicht Grenzen setzen und schon gar keine künstlichen Grenzen. Manchmal ist es sinnvoll, manchmal nicht.
      lg
      Tassilo

Steffi

Sehe ich genauso.
Habe ich immer so gemacht.
Nur jetzt sind meine Kinder 5 und 2 und ich wieder schwanger znd zusehens komme ich in verhalten das ich hasse. Schimpfen etc
Es zerstört wirklich viel und ich arbeite an mir um wieder einen guten Weg zu finden

Steffi

Lieber Tassilo, toller Artikel! Ich sehe es ganz genauso, obwohl ich Verhaltenstherapeutin bin 😉 dein Beispielbist genau aus unserem Alltag – Kind 4 und ich hab Rücken und ich mach genau den Deal mitvihr- laufen soweit es geht- tragen soweit ich kann und das im Wechsel. Weiter so!

Du erntest doch bestimmt auch Gegenwind? Wenn ich mit meinen erwachsenen Patienten über Kinder spreche werden oft alle Grenzen und Popoklaps schadet nicht- Thesen ausgepackt und sie sind sehr skeptisch meinen Bindungsorientierten Ansätzen gegenüber….

LG Steffi

    Tassilo

    Liebe Steffi,
    ich ernte bisher kaum Gegenwind… mal sehen, was die Zukunft bringt.
    Jeder darf es so machen, wie es für ihn und die Kinder stimmig ist.
    Wem diese Gratwanderung mißlingt, zahlt später die Rechnung dafür.
    Ich möchte niemanden überzeugen, sondern einladen, zu verstehen,
    wozu rücksichtslose Konsequenz führt.
    Ich bin sehr beeindruckt, von der Fülle an Kommentaren – vielen Dank an Alle…

Angela Prinz

Hallo Tassilo,
ich habe schon oft inkosequent gehandelt und mich dafür schlecht gefühlt, aber auch schon erlebt, dass man sich schlecht fühlt, wenn man hart und konsequent ist.
Ich freue mich über deinen Artikel und versuche ihn häufiger als Vorbild zu nehmen.
Lg Angela

Nadine

Hallo Tassilo,
zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich deine Ansichten zum Miteinander grundsätzlich teile.
In diesem Beitrag habe ich aber sofort das Gefühl gehabt, dass „konsequent sein“ total negativ gesehen wird. In deinen „Wenn-dann-Beispielen absolut nachvollziehbar…das geht ja mal gar nicht! Aber ich denke eine liebevolle konsequente Haltung gibt dem Kind eine klare Orientierung. Ich denke dabei an Grenzen spüren (sowohl der Erwachsene als auch das Kind). Ich finde es absolut wichtig,Kindern klare Linien (z.b. Regeln)aufzuzeigen, aber diese sind gemeinsam aufzustellen. Natürlich sollte der Erwachsene seine Aussagen gut durchdenken, bevor sie geäußert werden. Wir sind Vorbild!
In deinem Beispiel mit dem Tragen finde ich, dass der Erwachsene sehr wohl das Recht hat zu sagen, dass er keine Kraft mehr hat. Ich würde mich auf eine Pause einigen wollen und dann den Weg „teilen“ 🙂

    Tassilo

    Liebe Nadine,
    vielen Dank für deine kritische Auseinandersetzung.
    Ich möchte nochmal betonen, dass ich persönlich nichts gegen konsequent sein habe – so lange es für alle beteiligten ok ist.
    Mir ist vor allem wichtig, dass wir wissen, was rücksichtslose Konsequenz bewirken kann und eine Alternative zu bieten.
    Dann haben wir eine echte Wahlmöglichkeit – die jeder so nutzen kann wie es für Kinder und Eltern am sinnvollsten ist.
    lg
    Tassilo

Marie's Testexemplar

Ein wundervoller Beitrag, Danke dafür.
Ich weiß nicht sorecht zu was ich mich zählen soll.
Ich weiß ich bin sehr streng und konsequent, für jedes Verhalten was ich aber streng und konsequent durchziehe gebe ich meinem Sohn einen Grund und gehe auf ihn ein. Ich versuche auch immer einen Kompromiss zu finden und mir die Zeit zu nehmen meinem Sohn zuzuhören. Wenn er bockt schicke ich ihn zum Beispiel in sein Zimmer und sage ihm er solle sich beruhigen. Falls er mich braucht oder knudddeln will bin ich für ihn da, falls er alleine sein will sich zu beruhigen soll er zum Beispiel doch ein Buch ansehen. Ich denke ich habe da eine gute Zwischenvariante gefunden womit wir relativ gut klar kommen. Ja, ich bin konsequent weil ich das mache was ich sage, doch ich versuche eine Lösung für uns beide zu finden und weinend ins Bett werde ich meine Kids niemals ins Bett schicken. 😉
Liebe Grüße Marie

Justyna

Mein Vater ist bis heute stolz darauf stets konsequent gewesen zu sein. Ich habe nicht nur als Kind darunter gelitten und möchte es bei meinem Sohn anders machen.

Die konkreten Beispiele machen die Methode klar und leicht anwendbar. Ich hoffe, dass mein Sohn sich nicht vor meinem Mann und mir verschließt, sondern sich immer akzeptiert und geliebt fühlt.

Vanessa

Ich denke das diese Methode sinnvoller ist, da ich selber noch ein ‚Kind‘ bin Und meine Eltern ziemlich konsequent sind. Meine Eltern geben mir sofort Hausarrest wenn ich mein Zimmer nicht aufgeräumt habe oder sprechen ein Verbot aus, bei meinem Freund zu schlafen. Ich habe durch viele solcher sinnlosen Bestrafungen das Vertrauen zu Ihnen verloren und hab teilweise auch keine Lust mehr mit Ihnen Zeit zu verbringen, weil sie andauernd Konsequenzen für irgendwelche Dinge geben. Ich mache schon viel im Haushalt aber wenn ich halt mal den Geschrirrspüler vergessen habe ist es keine gute Idee einem Kind dann 2 Wochen Handy Verbot oder sonst irgendwas zu geben.. Und wenn man was gutes macht kommt auch nichts gutes zurück. Nur bei was schlechtem, kommt was schlechtes zurück.
Ich würde mich freuen wenn meine Eltern weniger konsequent wären ^^

    Tassilo

    Liebe Vanessa,
    vielen Dank für dein Kommentar, ich bin sehr berührt von deiner Beschreibung und habe eine große Sehnsucht, dass wir unsere Kinder Lieben. Nicht in Form von Konsequenzen, sondern in Form von Großherzigkeit und Vertrauen, Gespräch und Wertschätzung.
    Es gibt etwas, was du tun kannst, falls du die Situation verändern möchtest…
    Hier drei Vorschläge:
    1. Du schreibst ihnen einen Brief – ich vermute, dass sie keinen blassen Schimmer haben, wie es dir wirklich geht.
    2. Du fragst deine Eltern wie die Beziehung zu ihren Eltern war und wie es ihnen heute damit geht?
    3. Wenn deine Eltern wieder eine Strafe aussprechen sagst du ihnen in einem ruhigen und neutralen Ton (das ist wirklich schwer): „Niemand zwingt euch Konsequenzen und Strafen durchzusetzen oder anzudrohen – mit jeder Strafe und jeder Konsequenz verliere ich ein Stück mehr Vertrauen in euch und eure Liebe zu mir! Ich möchte nur, dass ihr das wisst! – Am liebsten wäre es mir, wenn ihr eure Liebe auf eine Art zeigt, mit der ich mich auch wohl fühle!“

    Es gibt Wege, wie du deine Eltern erreichen kannst… ich helfe dir dabei – wenn du das möchtest!!!
    Grüße von Herzen
    Tassilo

Lisa

Wie sieht denn die inkonsequente Lösung für den Kindergarten aus in dem Beispiel mit dem schlagen? Hier wird zwar mit den Kindern gesprochen „was hat das mit dem anderen gemacht“ Aber dennoch gibts die Auszeit

    Tassilo

    Hey Lisa,
    wunderbare Frage. Ich war Schulsozialarbeiter und kenne diese Situationen sehr gut.
    In nächster Zeit schreibe ich darüber einen Extra Blogbeitrag.
    In kürze: Eine Auszeit bringt nur dann etwas, wenn es dem Schutz dient und der Auszeitnehmer es nicht als Strafe interpretiert.
    Ein Kind schlägt ein anderes Kind aus gutem Grund. Lieber wäre es uns, sie würden ihre Konflikte im Gespräch klären.
    Aber Gewalt ist auch eine Lösung. Wir lehnen Gewalt ab – aber das Kind weiß sich nicht anders zu helfen, sonst würde es eine andere Strategie wählen.
    Am sinnvollsten ist es, den Schläger NICHT abzuwerten, sondern zu einem wertfreien Gespräch zu laden, wo niemand geschimpft wird, sondern beide verstanden werden, mit dem Ziel, dass sich anschließend beide wohl fühlen.
    Beide werden gehört und verstanden.
    lg
    Tassilo

Ping

Lieber Tassilo,

seit ich Mutter bin, habe ich die konsequente hartbleibende Erziehungsart abgelehnt. Weil ich selbst als Kind genau diese Art der Erziehung erfahren habe. Ich hatte jahrelang geglaubt, dass meine Eltern mich nicht lieb hätten und ich einfach nicht gut genug wäre um geliebt zu werden. Später hat meine Mutter mir erklärt, dass alle Leute damals so handeln würden wie sie und sie geglaubt hatte, so wäre es richtig.

Das Nervenreibende an unserem Alltag ist: wieviel kann ich meinem Kind entgegen kommen oder was mache ich, wenn mein Kind meine Begründung nicht hören möchte? Zum Beispiel: mein Sohn(8J.) schafft öfter nicht in der Nacht rechtzeitig aufs Klo zu gehen. Ich erlebe das manchmal alle zwei Tage oder noch kürzer. Das lässt sich selbst nicht verhindern, wenn er ein mal in der Nacht aufs Klo schafft. Ich begleite ihn aufs Klo zu gehen, sooft ich in der Nacht aufwache. Die Wäsche zu bewältigen ist mir zu viel. Er möchte aber nicht mehr Windeln tragen. Ich sehe, dass er groß werden möchte und die Unterhose angenehmer als Windeln vom Tragen empfindet. Ich möchte aber nicht nur noch seine Kissen, Decken und Bettwäsche waschen und trocken werden lasse, da schaffen die andere Wäsche von einer 5-köpfige Familie nicht mehr in die Waschmaschine. Ich habe den Eindruck, dass er gerade lieber nur auf sein Bedürfnis konzentrieren möchte und meins nicht sehen möchte. So kommt zu einem ständigen Verhandlung zwischen uns, was mich sehr nervt, geduldig und mit ihm verbindend zu bleiben. Oder ein anderer Beispiel mit meinem Sohn: er schielt und ich mache mit ihm Augenübung um die Sehschärfe seines schielendes Auge nicht zu verlieren und um binokulares Sehen zu erlernen. Er hat aber keine Lust, die Übung zu machen und dabei sich anzustrengen. Auch wenn ich ihm erkläre, was für Vorteile er für sein Leben haben würde, wenn er binokulares Sehen hat oder was für Nachteile, er so bleiben würde, kann ich ihn nicht für eine motivierte Kooperation gewinnen. Er in seinem Alter kann meine Begründung nicht nachvollziehen. Er sieht nur seine andere ihm wichtig vorkommende Bedürfnisse.

Ich sehe, dass selbst die Offenheit für die Bedürfnisse und Gefühle der anderen und die Empathie nicht grenzlos Wunde bewirken können. Es gibt manchmal einfach keine für beide Seiten zufriedene Lösung, solche Harmonie in der gegenseitigen Würde ist der normaler Alltag. Man darf von keiner Paradies träumen, als ob nun man immer eine gute Lösung finden würde. Viel weniger Stress ja, Gleichwürdigkeit ja, nervenberaubend kann es trotzdem oft sein.

Liebe Grüße,

Ping

Ines

Du sprichst mir aus der Seele . Nach 6 Kindern habe ich genau du diesen Weg für mich gefunden . Ich hab aber statt konsequent inkonsequent dazu gesagt das Kinder auch durchaus damit Leben können das man seine Meinung ändert und das es sogar wichtig ist .Es gibt Situationen da muss man konsequent sein .. aber nicht hart . Es darf kein Machtkampf werden. .den das ist keine Erziehung. Toller Beitrag ♡

Silvia Plum

Lieber Tassilo,

wie Du weisst finde ich Deine Arbeit toll und so wichtig, auch um ein neues Bewußtsein für das „SEIN MIT KINDERN“ anzuschieben. (statt Erziehung im alten Sinne). Lob Lob Lob!!

Zur Konsequenz und Grenzen hat mir Mauricio mal folgendes gesagt: Es gibt kein richtig oder falsch diesbezüglich- es geht um die Erkennung der eigenen Grenzen und diese als solche Deinem Kind auch so zu komunizieren. Z.b. Papa ist jetzt müde (natürlich nur wenn es stimmt)und kann Dich nicht weitertragen – kannst Du selber laufen oder machen wir eine Pause? Natürlich kommt es immer auf das Alter des Kindes darauf an. Ich denke es ist auch gut seine eigenen Grenzen mal zu überdenken woher die kommen…. warum sollte das Kind z.B. nicht später auch noch weiter essen dürfen, was ist Deine Begründung? Stimmt sie wirklich in der Tiefe für Dich oder ist es eine Konditionierung der Du Dir nicht bewußt bist? Ich sage damit nicht, daß es so ist…. sondern nur, es ist oft sehr aufschlußreich sich mal zu hinterfragen. So war es jedenfalls bei mir. Alles Liebe und weiterhin so angagiertes Schaffen !

    Tassilo

    Liebe Silvia,
    vielen Dank für deine Resonanz… ich stimme ganz mit dir und Mauricio überein…
    Herzensgrüße
    Tassilo

Annika (Häwelmäuse)

Lieber Tassilo,
vielen Dank für diesen tollen Artikel. Mit geht es genau wie Dir; als mein großer Sohn klein war, dachte ich, ich müsse konsequent sein. Es war furchtbar anstrengend und hat ständig die Stimmung vermiest. Gebracht hat es nichts. Zunehmend ändere ich mein Verhalten und unser Verhältnis ist viel harmonischer geworden. 🙂

Rita

Lieber Tassilo!

Um nicht konsequent zu handeln,hilft es mir sehr,wenn ich mir immer wieder deine Sätze ins Gedächtnis hole.-„Behandle andere mindestens so,wie du selbst behandelt werden möchtest“ und „Du darfst anders sein als ich es gerne hätte“-
Diese Sätze geben mir die Orientierung.
Sie hängen bei mir groß an der Pinnwand.
Ich freue mich,wenn mich jemand besucht und vor diesen Sätzen stehen bleibt,sie liest und nachdenklich wird.
LG

    Tassilo

    Liebe Rita,
    deine Rückmeldung zaubert ein lächeln in meine Seele… ist es doch ein großes Geschenk, zum Wohle anderer Menschen beitragen zu dürfen.
    lg
    Tassilo

Jennifer

Hallo Tassilo,
sehr guter Beitrag. Auch ich bin inkonsequent. Bewusst. Konsequenz um der Konsequenz willen ist meiner Meinung nach absolut kontraproduktiv. Denn das führt eben – genau wie du es beschreibst – nur dazu, dass am Ende alle traurig und frustiert sind und alle bestraft worden sind. Und wozu? Für nix. Ein Lerneffekt ist nicht zu erwarten, weil die WENN-DANNs ja in aller Regel nichts miteinander zu tun haben („Wenn du dir nicht die Hände wäschst, gibt es keinen Nachtisch!” – Hä?!), sondern eben nur willkürliche Druckmittel sind, die schnell zum Ziel führen sollen. Allerdings passiert es mir aber auch immer wieder, dass ich solche sinnlosen Ansagen mache. Die nehme ich aber wieder zurück, sobald ich wieder klar denken kann.
ABER: Konsequenzen, die einen Zusammenhang haben und hinter denen ich deshalb auch stehe, halte ich weitestgehend ein und finde ich eigentlich auch sinnvoll.
Beispiel: Mein Sohn erklärt manchmal Mahlzeiten für sich für beendet, obwohl er noch gar nicht satt ist, weil er spielen möchte. Eine Viertelstunde später möchte er dann plötzlich doch noch ein Brot. Mir sind gemeinsame Mahlzeiten wichtig und ich finde es doof, wenn jeder zu Tisch geht und kommt, wie er will, nur weil ihm plötzlich der Sinn nach etwas anderem steht. Also lautet die Vereinbarung jetzt: Wenn er sagt, er ist satt und aufsteht, dann ist die Mahlzeit für ihn beendet und dann gibt es auch erst mal nichts mehr. Dabei bleibe ich auch in der Regel. Es sei denn, ich bemerke, dass ihm zunächst wirklich nicht klar war, dass er eigentlich doch noch nicht satt war.
Kurz könnte man also sagen: Sobald ich spüre, dass die jeweilige Konsequenz jetzt unfair ist – und meistens fühlt man das ja – dann nehme ich sie – mit kurzer Erläuterung – zurück. Und damit fahren wir eigentlich gut.

    Tassilo

    Hi Jennifer,
    mein Herz wird warm, wenn ich lese, dass du auch keine Konsequenzen um der Konsequenzen willen durchdrückst 😉
    Vielen Dank für das Beispiel… ich habe es eine Zeit lang genauso gehandhabt wie du und dann festgestellt, dass
    es sich nicht stimmig für mich anfühlt.
    Ich möchte meinem Kind vertrauen und ihm mein Bedürfnis nach Gemeinschaft in Form von gemeinsamer Mahlzeit klar machen.
    Es kam immer wieder vor, dass er wenig gegessen hat, oder viel früher Hunger hatte – aber ich wollte keinen Stress mehr
    mit dem Essen… immer wieder bitte ich noch um Geduld und wenn er es aushält, dann wartet er auf das gemeinsame Essen.
    Je älter unsere Kinder werden, desto besser können sie damit umgehen…
    Kinder sind einfach sehr im hier und JETZT – das verändert sich automatisch, je älter sie werden.
    Grüße von Herzen
    Tassilo

      Jennifer

      Hallo Tassilo,
      ich finde es toll, dass du so ausführlich antwortest.
      Ich habe gestern noch weiter über das Thema Konsequenzen nachgedacht. Schon beim Schreiben meines Kommentars und endgültig durch deine Antwort bin ich inzwischen auch bei dem Schluss gelandet, dass Konsequenzen eigentlich generell kein probates Mittel des Miteinanders sind. In Zukunft soll es bei uns keine Konsequenzen mehr geben. Denn auch ich möchte meinen Kindern vertrauen und eine Beziehung zu ihnen haben statt sie abzurichten. Danke also für die Denkanstöße und noch ein schönes Wochenende noch.
      Liebe Grüße Jennifer

        Tassilo

        Sehr gerne… vielen Dank für deine Offenheit und dass du dich berühren lässt… weiterhin viel Liebe
        Tassilo

Dörthe

Hallo,
unsere älteste Tochter ist nun 13 Jahre alt und ich bin so dankbar, dass ich mittlerweile viel Übung in einfühlsamer Kommunikation habe. Die Haltung dieser Kommunikation hat unser Familienleben sehr bereichert! Letztlich sagte unsere älteste Tochter zu uns: „Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ihr mich mal bestraft habt.“ Juhu – ich hab echt gefeiert. Und nein – sie ist kein egoistischer unsozialer unkooperativer Teenager.
LG
Dörthe

Maike und Adrian

Lieber Tassilo,

ich fand das anfangs – als die Kinder klein waren – immer unnötig, konsequent zu sein. Als sie größer wurden und es mehr Konflikte gab, habe ich mich auch nach den Erziehungsratgebern gerichtet und versucht, konsequent zu sein.

Das habe ich aber eh nie geschafft. Ich finde es entlastend zu hören, dass es auch andere Meinungen dazu gibt
Maike

Lieber Tassilo,

konsequent zu sein, fand ich schon immer doof. Man hört ja immer, wie wichtig Regeln seien. Das stimmt natürlich auch. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, dass ich Regeln zu oft als Zeigefinger-Gerüst benutzt habe. Eigentlich habe ich dann aber entdeckt, dass ein Regelwerk bei Kindern eher als Hintergrund wichtig (so was wie das Grundgesetz für die Erwachsenen. Das zitiert ja auch keiner die ganze Zeit!).

Langsam lerne ich, aus gewissen Verhaltensmustern auszubrechen. Langsam, wohlgemerkt. Neulich habe ich meinen Fünfjährigen angeschnauzt, weil er mal wieder gebumelt hat.

Dann habe ich mir erschrocken die Hand vor den Mund geschlagen und gesagt: Mist, ich wollte doch nicht mehr schreien! Entschuldige, bitte!

Er fand das super, hat gelacht, und sofort war die Situation gelöst. Wir waren in einer Beziehung zu einander. Und beim Schreien waren wir das nicht.
Adrian

    Tassilo

    Hey Maike und Adrian, vieeelen Dank für das teilen eurer Erfahrungen.
    Ich bin sooo froh wenn ich das lese, weil ich mich so freue dass wir eine immer größere Gruppe an Eltern, sind, die auf ihr Herz hören, statt auf Erziehungsratgeber, die uns etwas anderes empfehlen.
    lg
    Tassilo

Sabrina

Ich finde den Beitrag auch wirklich toll. Ich habe die Entscheidung getroffen mich in meiner ‚Erziehung‘ nach der gfk zu orientieren, da das für mich am ehesten zutrifft. Dennoch habe ich oftmals Probleme einige Dinge zu verstehen. Wie auch in Ihrem Beitrag. Bislang dachte ich eine ausgewogene Konsequenz wäre für mein Kind völlig akzeptabel. Dieser Beitrag bringt michzum nachdenken. Kann ich das so überhaupt umsetzen? Ich wüsste zb nicht wie ich mich in manchen Situationen verhallten soll.
Manchmal bin ich einfach ratlos. Mein Sohn ist 2 und hat schon einen sehr ausgeprägten Charakter. Ich freue mich darüber, dennoch ist es auch wirklich anstrengend.
Für Ratschläge und Tipps bin ich einfach dankbar.
MfG,
Sabrina Maidorn

    Tassilo

    Hallo Sabrina,
    vielen Dank für deine Rückmeldung… wenn du magst gebe ich dir noch einen Impuls mit.
    Eine absolute Grundlage von mir:
    Körperliche Unversehrtheit ist oberstes Gebot! D.H. niemand darf über den Körper des anderen bestimmen, es sei denn zum Schutz.
    Das bedeutet: Wenn ein Kind etwas nicht möchte, was ich tue, dann höre ich auf, mit dem, was ich gerade mache und versuche zu verstehen, worum es dem Kind (auch einem 2 jährigen) gerade geht.
    Das Verstehen wollen, ist am wichtigsten. Ein 2 jähriger lebt noch in einer ganz anderen Welt… er braucht keine Verbote oder langen Erklärungen, sondern einfache kurze Handlungsalternativen… kurze Sätze… statt: „Hör auf mit dem Messer zu spielen!“ – lieber „Bitte leg das Messer neben deinen Teller!“
    lg
    Tassilo

Chiara

Hey,

Ich finde deinen Artikel toll und mache es mit meiner Tochter genauso wie du es beschrieben hast!da sie noch sehr klein ist, geht es grade erst los. Ich merke aber, wie das in der Kita oder bei Bekannten (auch Freunde und Familie)auf Kritik stößt, bzw. ich mich dafür rechtfertigen muss. Es tut gut, Freunde zu haben die auch so mit ihren Kindern umgehen:-)

    Tassilo

    Liebe Chiara,
    genau dafür habe ich diesen Blogbeitrag geschrieben…
    ich freue mich sehr, zu lesen, dass du inkonsequent bist…
    lg
    Tassilo

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