Bei Weihnachtsstreit… Liebesattacke

5 Schlüssel, um mit Konflikten an Weihnachten entspannt umzugehen

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Ich erinnere mich noch an ein Weihnachten vor vielen Jahren, als unsere Familie am 24.12. mittags in reger Betriebsamkeit das Bescherungszimmer herrichtete. Jeder hatte etwas zu tun. Aus einem Grund, den ich vergessen habe, stritt ich mit einem meiner Brüder.

Als sich kurz darauf meine Eltern und Geschwister eingemischt haben, war ich so verzweifelt,

dass ich mein Tasche nahm, zum Bahnhof lief und in tiefer Trauer den nächsten Zug zu meiner Studentenwohnung, 3 Stunden entfernt, nahm.

Ich war tief verletzt und hilflos. Ich hatte mich nach Harmonie und familiärer Geborgenheit gesehnt und nun das… Wenn ich heute daran zurückdenke, spüre ich noch immer ein leises Bedauern, weil ich es damals gerne besser gewusst hätte, wie ich mit solch heißen Konflikten sinnvoller umgehen kann.

Warum eskalieren Familienkonflikte vor allem an Weihnachten?

Erfahrungsgemäß beginnen Konflikte sehr klein, werden unter den Teppich gekehrt, schwelen im Verborgenen und tauchen an unerwarteter Stelle viel größer wieder auf. Da wir nur selten gelernt haben, Konflikte wirklich zu klären, ist es kein Wunder, dass wir gerade im Weihnachtsstress über ungeklärte Konflikte stolpern.

Es ist also an der Zeit, sich Gedanken zu machen, welche Konflikte euch an Weihnachten begegnen werden und mit welchen einfachen Strategien ihr euch darauf vorbereiten könnt.

Umstände mit Konfliktpotenzial, die euch vielleicht das Leben schwer machen:

  • Durch den Vorweihnachtsstress versiegen die ohnehin mageren Absprachen, so kommt es zu Missverständnissen mit Konfliktpotenzial.
  • Die Erwartungshaltungen an das Weihnachtsfest sind sehr unterschiedlich – es gibt zu wenig oder gar kein gegenseitiges Verständnis – das tut oft weh.
  • Wenn einer gestresst ist, überträgt sich das auf alle anderen.
  • Kinder haben oft Bedürfnisse, mit denen Eltern nicht rechnen…
  • Da unausgesprochene Konflikte im Familiensystem begraben wurden, kommt der alte Schmerz subtil an die Oberfläche in Form von Neckerein, Kritik, latenten Abwertungen oder indem man sich über andere lustig macht.
  • Der Traditionszwang ist enorm. Man möchte allen gefallen und tut dann Dinge, die keiner möchte. Man fährt am 25.12. zu den Eltern, wie jedes Jahr, obwohl die Familie viel lieber einen Chillout-Tag machen würde, weil sie nach dem ganzen Gehetze endlich zur Ruhe kommen will.
  • Perfektionisten nähern sich der Erschöpfung, weil sie glauben, nur wenn rote Äpfel, Bienenwachskerzen und Lametta am Baum hängen, werden alle glücklich.

Vielleicht erkennst du einige Beschreibungen aus deinem Weihnachtsalltag wieder? Sinnlose Konfliktstrategien, wie Angriff, Verteidigung oder Runterschlucken, bringen uns nicht weiter. Es gibt wertvolle, einfache Alternativen, die uns in solchen Momenten wirksam helfen und gleichzeitig die Stimmung verbessern..

Mit diesen 5 Schlüsseln bringst du Leichtigkeit in eure Weihnachtskonflikte.

  1. Konkrete Bitten als Konfliktvorbereitung: Wir vergessen oft, dass wir Konflikte vorbereiten können. Das geht vor allem dann sehr gut, wenn wir alle Konventionen, Traditionen und Etikette über für 5 Min. parken und wirklich sagen, was wir brauchen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, was die anderen über uns denken würden, wenn wir z.B. das Weihnachtsessen auf den 27.12. verschieben.
    Oft ist es nur ein Kommunikationsproblem. Wir sprechen nicht frühzeitig an, wann wir für was wie lange Hilfe brauchen und wundern uns, wenn unsere Kinder oder Partner nicht sofort springen, sobald wir in Not sind.
  2. Drei mal tief ATMEN und jeweils bis 10 zählen bevor wir auf Angriffe, Vorwürfe, Kritik oder Abwertungen reagieren. In dieser Zeit überlegen wir, wie wir mit der Situation sinnvoll umgehen möchten – Unterwerfung ist keine Option.
  3. Strategie für Ausraster: Wenn jemand total gestresst ist und nur meckert oder schreit, ist meine paradoxe Lieblingsreaktion die Liebesattacke: Ich sage zu den Kindern: “Achtung Liebesattacke!” Dann stürmen wir auf die Mama zu und busseln sie von oben bis unten ab. Das macht uns allen sehr viel Spass. Anschließend reden wir locker und entspannt darüber, was jeder braucht um sich wohl zu fühlen. Wenn du mehr über die Liebesattacke und andere außergewöhnliche Maßnahmen wissen möchtest, wie man z.B. Konflikte in 3 Min klären kann, klicke hier.
  4. Stimmung halten: Wenn einer gerade frustriert ist oder die Zuversicht verliert und negative Energie verbreitet, dann ist es traumhaft, wenn der andere die Stimmung hält und mit liebevollem Humor wieder etwas Leichtigkeit in die Situation bringt.
    Wichtig ist dabei dass es NICHT auf Kosten anderer geht. Sich selbst auf die Schippe nehmen ist dabei von besonderer Freude für alle Beteiligten.
    Wenn der Partner sagt: “Alles muss ich alleine machen!” könnte man so darauf eingehen: “Und ich Trottel sehe das noch nicht mal – wie kann es passieren, dass ich so blind bin?” (Augenzwinkern und lächeln gehört auch dazu)
  5. Aussteigen ist kurzfristig OK! Gerade für Weihnachten gilt der Grundsatz: “Ich lasse es gelingen!” – Paradoxerweise hilft eine Dauerkonfliktdiskussion NICHT weiter. Viel sinnvoller ist es jetzt schon zu vereinbaren, dass jeder im Konfliktfall angekündigt den Raum für 15-30 Min. verlassen darf und dann beruhigt und geklärt wieder kommt. Die anderen sind so lange entspannt. Das könnte sich so anhören: “Ich gehe jetzt 30 Min. spazieren und werde erstmal wieder ruhig, dann können wir besprechen, was wir heute Abend machen.”

    Die Zeit der Ruhe ist dafür da, sich zu klären, was brauche ich, damit ich nachher wieder entspannt bin? Vielleicht hilft es dir 5 Min mit der Freundin zu telefonieren, oder ein Lied zu hören – egal was du tust, der Grundsatz lautet: “Ich lasse es gelingen!” – Zum Gelingen gehört vor allem das Verstehen der anderen Sichtweise.

Fazit:

Wenn du friedliche Weihnachten haben möchtest, ist es vor allem sinnvoll, dich auf Konflikte vorzubereiten. Sprich mit deinem Partner oder älteren Kindern über eure Erwartungen und eure Bedürnfnisse. Wichtig ist, dass jeder sagt, was er braucht, statt unwillig den Traditionen zu folgen.
Besprich mit deiner Familie eine Strategie für Konflikteskalationen und probiert sie einige Male aus – das macht Spaß und schafft Verbindung.

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